Verlegeempfehlung für Terrassenbeläge.
Vor der Verlegung des Terrassenbelags wird empfohlen, die gelieferte Ware zu überprüfen. Insbesondere wird auf die sinngemäß anzuwendende EN 15146, Anhang A hingewiesen: „...Alle Profile sollten vor der Verlegung oder innerhalb von 7 Tagen nach der Lieferung geprüft werden, es gilt der jeweils frühere Termin.“ Mit einem elektrischem Holzfeuchtemessgerät kann die Holzfeuchte bestimmt werden.
Im Frühjahr und Sommer stellt sich nach einer längeren Schönwetterperiode eine Holzfeuchte auch unter 10 % ein und im Winter steigt sie bis zu 25 % (Fasersättigung) in den Brettern des Terrassenbelags an. Beim Verlegen soll daher eine Holzfeuchte von ca. 16 +/– 2 % eingehalten werden.
Montage

Für die empfohlene Brettbreite von 90 bis 120 mm ist bei der Verlegung eine Fuge von 7 mm einzuhalten (Empfehlung: Fugen mit mind. 6% der Brettbreite).
Die Unterkonstruktion des Terrassenbelags sowie die Befestigung auf dem Untergrund ist so stark zu dimensionieren bzw. auszuführen, dass sie dem Verzug durch das Quellen und Schwinden der Terrassenbretter standhält. Latten oder gar Leisten können den Verformungskräften nicht genügend Widerstand bieten. Als Unterkonstruktion eignen sich Holzarten mit erhöhter natürlicher Dauerhaftigkeit (z.B. Lärche, Eiche, Robinie).
Unter dem Terrassenbelag darf das Auflageholz max. 50 mm breit sein (Abb.). Bei größerer Breite ist zwischen Belag und Unterkonstruktion ein Abstand von mind. 7 mm durch Unterlagen einzuhalten (z.B. untergelegter Stahldraht, in Abb. 2 dargestellt; andere Möglichkeiten sind Aluprofile, Kunststoffpads, Ventolatten, etc.).
Die Abstände zwischen den Unterkonstruktionshölzern sind abhängig von der Brettdicke und sollten 40 bis 60 cm Breite betragen(Empfehlung: ca. 20 × Brettdicke). Diese vergleichsweise kurzen Auflageabstände stellen sicher, dass sich das quell- und schwindungsbedingte Verziehen oder Verwerfen einzelner Bretter in Grenzen hält und der Terrassenbelag eben und stolperfrei bleibt.
Überstände sollen mind. 50 mm jedoch maximal 100 mm betragen (Brettende bis zur ersten Verschraubung auf der Unterkonstruktion).
Staunässe
Es gibt unterschiedlichste Terrassenkonstruktionen. Durch den Aufbau ist zu gewährleisten, dass Feuchte unter dem Terrassenbelag und der Unterkonstruktion rasch abgeleitet wird (z.B. durch ein leichtes Gefälle der Unterkonstruktion von 2 %). Ausreichende Hinterlüftung unter dem Terrassenbelag ist erforderlich um die rasche Trocknung des Holzes zu gewährleisten. Ursache von Staunässe auf dem Terrassenbelag sind direkt am Boden stehende Sonnenschirmständer, Blumentöpfe etc. Durch untergelegte Leisten mit ca. 2 × 2 cm wird eine ausreichende Hinterlüftung erreicht.
Schrauben für die empfohlene Brettbreite von 90 bis 120 mm
Es müssen Teilgewindeschrauben aus Edelstahl oder gleichwertigem, nicht rostenden Stahl mit Spezialbeschichtung verwendet werden.
Schraubenlänge: Brettdicke + mindestens 35 mm
Schraubendurchmesser: mindestens 4,5 mm
Befestigung

Auf jedem Unterkonstruktionsholz sind die Bretter von oben mit mindestens zwei Schrauben zu befestigen. Es ist generell vorzubohren (geringfügig größer als Schaftdurchmesser) und vorzusenken (auch bei Schrauben mit Bohrspitze), um Spalt- und Rissbildung vorzubeugen. Bei Verwendung eines Abstandhalters wie in Abb.2 sind die Schrauben diagonal anzuordnen. Der Schraubenkopf muss eben mit der Oberfläche abschließen. Der Randabstand jeder Schraube soll mindestens 15 mm betragen. Vom Brettende (Hirnholz) wird ein Mindestabstand von 50 bzw. Maximalabstand von 100 mm vom Brettende bis zur Verschraubung empfohlen. Bei jedem Brettstoß sind 2 Latten mit Abstand anzuordnen (Abb. 4).
Bei der Produktion wird darauf geachtet, dass zumindest eine Breitseite (= Sichtseite) alle Sortierkriterien erfüllt. Bei der Verlegung ist darauf zu achten, dass die schönere Seite auf Sicht (nach oben) verlegt wird, egal ob rechte (markzugewandte) oder linke (markabgewandte) Seite.
Materialeigenschaften
Es gibt eine Reihe von Holzarten, aus denen bei Bewitterung nach einem längeren Zeitraum dunkle Inhaltsstoffe ausgewaschen werden. Auch von der Terrassenbelagsoberfläche wird Schmutz gelöst und abgewaschen. Um eine Verschmutzung der Fassade z.B. unter Balkonen, Terrassen über Garagen, usw. zu vermeiden, ist für eine regulierte Entwässerung zu sorgen (z.B. Regenrinne, Balkongully und Fallrohr, etc.). Keine Fehler sind dem naturgewachsenen Material Holz entsprechende Eigenschaften, d.h. holzart-typische Merkmale, wie z.B.:
- farbliche Abweichungen innerhalb einer Holzart
- das natürliche Vergrauen der Holzoberfläche durch Bewitterung
- Rissbildung und Schieferbildung an der Oberfläche und an den Brettenden, hervorgerufen durch das Quell- und Schwindverhalten des Holzes
- die Neigung zum Schüsseln / Verwerfen des Brettes
- Harzgallen / Harzaustritt
- raue Stellen im Astbereich und bei Wuchsunregelmäßigkeiten
- bei nasser Oberfläche besteht wie bei anderen Materialien Rutschgefahr
Reinigung
Bei „normaler“ Beanspruchung sollte man die Terrasse einmal im Frühjahr reinigen. Wenn der Holzbelag sich vermehrt im Schatten befindet wie z.B. die Nordseite eines Hauses, unter großen Bäumen, usw., sollte die Reinigung häufiger erfolgen. Wie auch bei anderen Materialien kann dadurch einer Algenbildung vorgebeugt werden. Geeignet sind Hochdruckreiniger mit einem Aufsatz (Abb. „Schmutzfräse“). In vielen Fällen reichen auch ein gewöhnlicher Wasserschlauch und Besen aus.
Anmerkung: eine direkte Reinigung mit dem Strahl des Hochdruckreinigers muss vermieden werden, weil durch den harten Wasserstrahl die Holzoberfläche beschädigt wird.
Die Ausarbeitung dieser Verlegeempfehlung erfolgte in Abstimmung mit der Holzforschung Austria (www.holzforschung.at). Literaturhinweis: 1.) Balkone und Terrassenbeläge aus Holz, Holzforschung Austria, 2. Auflage 2008 / 2.) EN 15146 (Ausgabe 01.03.2007): Innen- und Außenbekleidungen aus massivem Nadelholz – Profilholz ohne Nut und Feder

